Dolce mit Megaösophagus

Seit April 2008 ist die kleine "Dolce" bei uns, die am 17.01.2008 bei meiner Freundin Doro (www.italian-greyhounds.de) geboren wurde. Kurz nach ihrer Geburt, wurde bei Dolce und ihrer Schwester Desideria die zunächst einmal erschreckende Diagnose Megaösophagus (MÖ) erstellt. Viele MÖ-Welpen werden gleich eingeschläfert, doch Doro hatte sich nach ausführlichen Informationen dazu entschlossen, es auf jeden Fall mal zu versuchen mit den Beiden!

Desideria hatte es nicht ganz so schlimm getroffen wie Dolce, doch heute geht es den beiden wirklich gut und es treten kaum noch Probleme auf (bei Desideria hat sich der MÖ inzwischen fast komplett wieder verwachsen). Sicherlich muss abgewogen werden, wie extrem das Krankheitsbild ist und ob eine Chance besteht, dass der Hund überleben kann. Aber man sollte nicht voreilig das Handtuch werfen, wie man an den beiden Mädls sieht. ;-)

Aus diesem Grund will ich hier auf meiner Seite kurz über diese Krankheit berichten und ihnen auch Kontaktmöglichkeiten geben.


Was ist ein Megaösophagus ?

Megaösophagus bedeutet, dass sich die Speiseröhre zu einem schlaffen Sack ausgeweitet hat, der keine normale Muskelaktivität zeigt. In einigen Fällen kann es zu einer massiven Vergrößerung kommen (dadurch der Zusatz „mega“). Abgeschlucktes Futter und Wasser bleiben in der Speiseröhre bzw. in dem Sack stecken.

Was ist am Megaösophagus so problematisch ?

Das schlimme am Megaösophagus ist, dass in der Speiseröhre liegengebliebenes Futter wieder nach oben gebracht wird (Regurgitieren), und dabei versehentlich in die Luftröhre gelangen kann. Über die Luftröhre kann dieses Futter bis in die Lunge vordringen, wo es zu schweren Lungenentzündungen führen kann.

Wie erkennt man "MÖ"?

Das Hauptsymptom ist wie gesagt, das so genannte "Regurgitieren". Ähnlich wie beim Erbrechen wird hierbei Futter und/oder Wasser wieder zurück in die Maulhöhle transportiert, nur dass es nicht aus dem Magen kommt, sondern aus der Speiseröhre. Das Würgen und die Bauchkontraktionen, die dem Erbrechen häufig vorangehen, fehlen beim Regurgitieren. Das hochgebrachte Futter ist auch Stunden nach der Fütterung noch unverdaut und kann auch erst Stunden nach dem Füttern ausgespuckt werden.

In vielen Fällen kommt es zum Gewichtsverlust, da das aufgenommene Futter nicht in vollem Umfang den Magen erreicht.

Ist regurgitiertes Futter versehentlich in die Lunge gekommen, treten je nach Menge Husten, Fieber und/oder Atemnot auf.

Diagnostiziert wird MÖ dann anhand eines Röntgenbildes der Speiseröhre mit Kontrastmittel.


Das Alles klingt kompliziert und ziemlich schlimm, allerdings ist es so, dass Hunde mit dieser Erkrankung durchaus ein Hundegerechtes und leicht zu managendes Leben führen können.

Nun zu den Besonderheiten bei Dolce: Dolce wird erhöht gefüttert (mehrere kleine Mahlzeiten am Tag) und getränkt! Anfangs sogar auf den Hinterbeinen stehend, mittlerweile normal stehend mit schön gestrecktem Hals. Sie kann inzwischen normal Wasser aufnehmen und normales Trockenfutter (mit etwas Öl) fressen - aus erhöhter Position, versteht sich.
Das einzige was wir aktuell beibehalten ist die einmal tägliche Rohfütterung. Durch den hierbei sehr hohen Feuchtigkeitsgehalt muss der Hund auch nicht so viel Wasser aufnehmen. Hierzu machen wir noch Gemüse-Gelantine-Würfel mit Zusätzen, damit auch alles enthalten ist, was Hund so ernährungstechnisch braucht.

Toben nach dem Fressen sollte auch bei gesunden Welpen/Hunden tabu sein und es sollte vermieden werden, nach "größerer Anstrengung" zu viel Wasser auf einmal aufzunehmen.

Ansonsten ist die kleine Maus ein ganz normaler, quicklebendiger Welpe, bei dem man nie auf die Idee kommen würde, "dass da etwas nicht stimmt". Das "Spucken" hält sich mittlerweile auch sehr in Grenzen, meistens ist es dann etwas Wasser.

Je weniger der Hund "spuckt", desto besser, da sich die "Taschen" oder "Säcke" an der Speiseröhre eventuell vergrößern könnten, wenn sich permanent Futterbrei oder Wasser darin sammelt.

 

Hier sieht man Dolce`s Röntgenbild der Speiseröhre im Alter von 3 Monaten (leider ist bei ihr noch keine anatomische Besserung aufgetreten, aber auch keine Verschlechterung. Es ist möglich dass sich das Krankheitsbild bis zum Alter von 6 Monaten noch bessert.) Diese Bilder entstanden Ende April in der Tierklinik von Dr. Marcus Menzel (www.pferde-praxis.com) - DANKE MARCUS! ;-)

(Hier ist der MÖ schön zu erkennen. Bei Dolce ist die Seiseröhre bis zu 3fach vergrößert und mit mehreren "Taschen" ausgelegt...)

Da es unterschiedliche Begebenheiten bei diesem Krankheitsbild gibt, die auch unterschiedliche Fütterung ect. vorraussetzen, empfehle ich euch folgenden Link: http://www.megaoesophagus.de.vu
Aber auch Doro steht gerne jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung: http://www.italian-greyhounds.de